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Wandertour auf dem Meraner Höhenweg

 MiMeraner Höhenweg (26).JPGt unseren vollbeladenen Rücksäcken trafen wir uns am 20.August, einem Freitag, um 8:40 Uhr am Hbf in Stuttgart. Normalerweise, so scherzt man, hat man am Ende der Reise 10% Verlust. Wir hatten dies schon am Anfang. Eine Person verschlief und reiste uns deshalb nach Meran hinterher. Mit nun 14 Personen (statt 15 Personen) stiegen wir in Stuttgart in den Zug ein. Nach 8 Stunden Bahnfahrt und zwei Umstiegen erreichten wir am Spätnachmittag unser Ziel: Meran. Dort quartierten wir uns in der Jugendherberge ein, machten uns schnell frisch und gingen dann gemeinsam zum Essen – natürlich italienisch. Der anschließende kleine Abend-Verdauungs-Spaziergang durch die Stadt führte uns an der Passerpromenade (Passer, das ist der Fluss, der durch Meran fließt) entlang. Die Innenstadt ist nicht besonders groß, dafür aber sehr schön angelegt und schon bald entdeckten wir die ersten Blumen-Figuren. Mit dem Stadtplan, den wir von der Jugendherberge bekommen hatten, steuerten wir auch die anderen Sehenswürdigkeiten von Meran an.


Am nächsten Morgen, welch eine Freude, waren wir 15 Personen beim Frühstück. Nun konnte die Tour beginnen. MitMeraner Höhenweg (25).JPG dem Bus fuhren wir nach Dorf Tirol. Da das Wetter sonnig und ungewohnt schwül war, entschieden wir uns, die ersten 700 Höhenmeter per Seilbahn zurückzulegen. In den nächsten Tagen werden wir noch genügend Höhenmeter vor uns haben! Einen kleinen Vorgeschmack bekamen wir gleich nach dem Ausstieg aus der Gondel. Die Rucksäcke waren noch voller Proviant und so kamen wir beim ersten Anstieg ordentlich ins Schwitzen. Zum Glück sind auf dem Weg bis zum Hochganghaus (eigentlich nur 2,5 Std. Gehzeit) viele kleine Wasserfälle, an denen man sich erfrischen kann. 

Zur Mittagszeit kamen wir an unserem Ziel, dem Hochganghaus, an. Das Hochganghaus ist mit 1.839m deMeraner Höhenweg (31).JPGr höchste Wegpunkt auf dem südlichen Teil des Meraner Höhenwegs. Nach einer kleinen Vesperpause bezogen wir die Zimmer, stellten die Rucksäcke ab und visierten den Hausberg (Rötelspitz 2.625m bzw. die Hochgangschartl 2.441m) an. Ohne Gepäck lassen sich die Höhenmeter viMeraner Höhenweg (35).JPGel einfacher bewältigen. Wer wollte, konnte auch schon vorzeitig umkehren. An der Scharte angekommen, hatte man einen phantastischen Ausblick auf einen der Spronser Seen (den Langsee). Wahnsinn, da ist man auf 2.441m und da oben hat’s einen See! Sechs Gipfelstürmer bezwangen noch die Rötelspitz. Nach dem leckeren Abendessen feierten wir den Geburtstag von Co-Leiter Martin mit einem kleinen Kuchen und fielen anschließend müde in die Betten.

 

Der nächste Morgen begrüßte uns mit Sonnenschein:bestes Wanderwetter, und so marschierten wir gleich nachMeraner Höhenweg (44).JPG dem Frühstück los. Der Weg wurde nun steiniger und nahm alpinere Züge an, was für uns aber kein Problem war. Der Südweg ist mit vielen kleinen Almen bespickt, die zur (Mittags-)Rast einladen. So machten wir um 10 Uhr die erste Buttermilch-Pause auf der Tablander Alm. Nahe der Alm gab’s den ersten Cache. Ich hatte mich vorher schon erkundigt, wo auf unserer Wegstrecke solche Geocaches liegen und Meraner Höhenweg (50).JPGdiese Wegpunkte auf mein GPS-Gerät überspielt. Da noch nicht alle Teilnehmer wussten, was Geocaching ist und wie das funktioniert, habe ich es am Beispiel dieses einfachen Caches erklärt. Die „älteren“ Teilnehmer fanden es ganz interessant, die „jüngeren“ hatten Blut geleckt und so nahmen wir alle Caches, die von nun an auf dem Weg waren, in Angriff.

Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Tagesziel, den Giggelberg. Dieses mal gingen nur vier Gipfelstürmer auf „Extratour“. Die anderen entspannten im Sonnenstuhl oder spielten Kniffel. 

 

Die nächsMeraner Höhenweg (67).JPGte Etappe begann recht gemütlich. Doch schon bald galt es, Taleinschnitte und Rinnen zu durchwandern. Bei den Einheimischen wird diese Strecke, die zum Teil mit Treppen und Leitern versehen ist, auch „das Tal der 1.000 Stufen“ genannt. Ganz schön schweißtreibend und anstrengend mit den großen Rucksäcken. Am Gasthof Innerforch legten wir eine Mittagsrast ein. Heute sind wir nicht schon zur Mittagszeit am Ziel. Ab dem Linthof schlängelt sich der Weg ins Schnalstal, vorbei an Reinhold Messners Schloss JuvMeraner Höhenweg (95).JPGal, das tief unten auf der anderen Talseite liegt. Nach zwei weiteren Wegstunden erreichten wir den Ort Katharinaberg. Von hier ist es nicht mehr weit bis zu unserem heutigen Etappenziel, dem Montferthof. Der Montferthof ist ein urgemütlicher Bauernhof. Von außen sieht die Unterkunft gepflegt rustikal aus. Innen drin war es ganz neu renoviert worden, sowohl die Dusche als auch die Zimmer. Beim bewirten von uns Wanderern musste die ganze Familie mithelfen. Die Kinder bedienten uns und die Mutter und die Oma verwöhnten uns mit einem leckeren 3-Gang-Menue. Also wirklich sehr zu empfehlen!

  

Gut gestäMeraner Höhenweg (100).JPGrkt, mit original Südtiroler Speck und Käse, Marmelade und Müsli zum Frühstück machten wir uns auf den Weg. Heute führt uns die Etappe ins Pfossental, hinein in die Welt des Hochgebirges. Jörg entdeckte am Wegesrand eine Himbeerhecke – der Ideale Nachtisch zum Frühstück. Am Vorderkaser, der für eine ApfelstrudelpMeraner Höhenweg (114).JPGause eingeplant war,aber leider um 10 Uhr noch nicht offen hatte, begann es leicht zu regnen. Nun kam auch die bis dahin mitgeschlMeraner Höhenweg (108).JPGeppte Regenkleindung in Gebrauch. Doch schon bald hörte der Regen auf und die Sonne präsentierte die majestätischen Gipfel der Texelgruppe. Im Eishof war die nächste Übernachtung gebucht. Den Nachmittag verbrachte jeder, wie er Lust hatte: in der Sonne entspannen, Geocaches suchen, einen Teil der morgigen Strecke vorlaufen oder ein Albverein-Steinmännchen in Lebensgröße zu bauen. 

 

Der phantastiMeraner Höhenweg (126).JPGsche Sonnenuntergang am Abend kündigte einen schönen Tag an. Von hier bis zum Eisjöchl (höchster Punkt der Tour) sind 800 Höhenmeter zu bewältigen! Auf dem alten, gleichmäßig ansteigenden Militärweg ist es einem aber gar nicht so anstrengend vorgekommen. Wir begegneten den ersten Schneefeldern, hörten Murmeltiere pfeifen und flitzen und bewunderten die Schafe, die hier oben nach Essen suchten. Oben auf dem Eisjöchl, in 2.895m, wehte ein frischer Wind. Die Aussicht, sowohl ins Tal zurück als auch auf die Stettiner Hütte, waren von hier oben grandios. Das obligatorisMeraner Höhenweg (139).JPGche Gipfel-Gruppenfoto durfte da natürlich nicht fehlen.

Auf der Stettiner Hütte erfuhren wir, dass die Besteigung der „Hohen Wilde“ (3.480m) wegen Steinschlag leider nicht möglich war. Schade, wir hatten uns so darauf gefreut und das Wetter wäre heute auch perfekt gewesen. Unsere „Gipfelstürmer“ nahmen sich als Ersatz die Hohe Weiße (3.278m) vor. Der andere Teil der Gruppe schlenderte um den etwas unterhalb der Hütte liegenden Gletschersee und erbaute ein weiteres Steinmännchen (da oben gab es noch keines!). Für die Übernachtung wurden wir im Matratzenlager einquartiert, das 20 Matratzen und 25! Kissen hatte. Zum Glück hatten wir das Lager für uns 15 Personen alleine. Da ging es jetzt schon eng zu.

  

Für die näMeraner Höhenweg (144).JPGchste Etappe zum Oberkaser gab es mehrere WegmöglichkMeraner Höhenweg (155).JPGeiten. Entweder 1.000 Hm absteigen um dann auf der anderen Seite ca. 750 Hm wieder aufsteigen oder die Route, die uns der Hüttenwirt empfahl, und die laut seiner Aussage weniger Höhenmeter hat. Wir folgten dem Rat des Hüttenwirtes. Natürlich gab´s auch hier einige Auf- und anspruchsvolle Abstiege, die aber mit Ketten abgesichert und somit gut zu bewältigen waren. Auf einer schönen Hochfläche mit der Wegnummer 40 ging es weiter. Wir sollten uns an die „Biwakschachtel“ halten. Während der Mittagsrast beobachteten wir Meraner Höhenweg (166).JPGeine andere Gruppe und den weiteren Wegverlauf. Oh je, da geht es hoch?!? Von unten sah es steiler aus als es tatsächlich war. Die großen Felsbrocken waren sehr griffig und man konnte prima drüberlaufen. Zu schaffen machte einem eher die Sonne und die Hitze. 

Oben auf Meraner Höhenweg (149).JPGder Milchseescharte angekommen, bewunderten wir die Biwakschachtel. Wenn es drauf ankommt, können darin 9 Personen übernachten. Der Abstieg zu den Spronser Seen führte über einen kleinen Klettersteig. Den hatte der Hüttenwirt nicht erwähnt! Langsam und in kleinen Gruppen wagten wir uns an den Meraner Höhenweg (176).JPGAbstieg. Jörg, der den Rucksack von Marie-Aude hinuntergetragen und somit den Klettersteig zweimal bewältigt hatte, gönnte sich im Milchsee ein Bad. Mutig, mutig, das Wasser war ziemlich kalt! Nach diesem Abstieg war der Weg bis zum Oberkaser ein Kinderspiel. Die Übernachtung im Oberkaser ist auch noch erwähnenswert. Da wir eine so große Gruppe waren, mussten wir wieder ins „Lager“ - 11 Kissen und 8 Matratzen – das unter uns zum Schluss auch „Murmeltierlager“ genannt wurde. 

  

Am letzten Meraner Höhenweg (185).JPGTour-Tag war das Wetter neblig und trübe und so stiegen wir auf direktem Weg zur Hochmut bzw. mit der Seilbahn nach Dorf Tirol ab. Wir hatten schon ein „Ersatzprogramm“ parat. Mit dem Bus sollte es nach Meran zurückgehen. Dann hieß es Gepäck in der Jugendherberge abstellen und Badesachen packen. Gemeinsam entspannten wir die müden Knochen im Thermalbad. Das tat richtig gut! Meraner Höhenweg (195).JPG

  

Die (letzte) Nacht in der Jugendherberge war wunderbar – ein 4-Bett-Damen-Zimmer ohne Schnarcher! Geweckt wurden wir vom schönen Glockenspiel der Kirche nebenan. Nach dem Frühstück konnte jeder nochmals in die Stadt und Souvenirs einkaufen denn unser Zug fuhr erst um 11:16 Uhr in Meran ab.

  

So schnell ging die 8-Tägige Wanderreise vorbei aber es bleiben viele schöne Bilder, Erinnerungen und Geschichten.

 

Sonja Ulmer und Martin Fritz