Stadt-Land-Fuß 2006
gruppenbildHätten wir ein Banner, so würde sicherlich „Quer durch BaWü“ drauf stehen. Als kleine aber feine Freizeit tingelten wir abermals fünf Tage lang durch's Ländle, ganz nach dem Motto „heute hier, morgen dort“. Möglich macht's das SchülerFerienTicket, mit dem wir mit Bus, Bahn und Schiff für nur 25 Euro das ganze Land bereisen durften. Mit von der Partie waren sechs Teilis aus Bietigheim, Ohmden (Teck) und Waldkirch bei Freiburg. So hat auch die Mischung aus Alb, Unterland und Südschwarzwald ihren eigenen Reiz gehabt und für erschöpfende Diskussionen entlang der Wege und an den Abenden in den JuHes gesorgt.
„Gemeinsam unterwegs“ ging es am Montag Morgen los, wenn auch nur bahntypisch erst mal aufgps-gert einen verspäteten Zug am Bahnhof in Stuttgart wartend. So richtig durchgestartet sind wir dann erst gegen Mittag vom Bahnhof Laufen, der sich bei der geographischen Eingrenzung auf der Wanderkarte als harte Nuss entpuppt hat. Für alle, die's wissen wollen: es ist ein kleines Dörfchen kurz vor Albstadt-Ebingen. Von dort aus führte der Weg im schönsten heißen September-Sonnenschein hinauf auf die Alb. Ganz demokratisch beschlossen wir, den kürzeren Weg zu nehmen. So war unser Tagesziel, die Jugendherberge Lochen, auch schnell erreicht. Ohne Gepäck, das wir dort auf den Bänken vor der Rezeption gebunkert hatten, machten wir uns auf den Weg zum Tages-Highlight: Geocaching!
Rund um den Lochenstein gab's den „Schatz der Erdmännlein“, einen Cache, der seine Hintergrundgeschichte aus lokalem Sagengut schöpft. Nach zahlreichen kniffligen Rätseln und Rechnungen, hitzigen Diskussionen über die Auslegung der Aufgaben suchten wir den „Schatz“ im Wald bei der Lochenhütte – ohne Ergebnis. Das nahende Donnergrollen stimmte zum Grummeln in unseren Mägen und das Abendessen in der Herberge war auch ein gelungener Abschluss eines anstrengenden Tages.
gefunden Tag zwei begann mit einem erneuten Versuch, den „Schatz“ zu finden. Aber ohne Maßband, welches wir für eine Aufgabe gebraucht hätten, war hier nicht zu helfen. Als Erfolg, auch ohne gefundenen Schatz, lässt sich verbuchen: alle Teilis sind freiwillig und zwei Mal auf den Lochenstein hinauf gewandert! Bei strahlendem Sonnenschein führte uns der Weg über den Plettenberg hinunter nach Schömberg, wo wir erst mal geplättet am Stausee verschnauften und die heißen Waden kühlten. Von da ab ging's mit Bus und Bahn in den Schwarzwald nach Bonndorf.
Tag drei war der Tag des wilden Wassers, früher Stunden und sportlicher Höchstleistungen: um halb Acht gab's Frühstück, dann wurde mit dem Bus gleich am Morgen ein gutes Stück abgekürzt. Von einer Bushaltestelle mitten in der Pampa ging es los: die Lotenbachklamm hinunter an die Wutach und dann durch die Schlucht hindurch bis zur Wutachmühle. Und es war ein Tag der Erfolge: zwei Geocaches gesucht, beide gefunden. Trotz ausgiebiger Vesperpausen waren wir eine volle Stunde früher als geplant am Ziel und nutzten die Zeit wieder zum rituellen Füßekühlen, bevor es mit Bus und Bahn nach Konstanz ging.
Der vierte Tag war ein fauler Tag. Das Wetter zeigte sich gnädig und wir konnten nach dempause Ausschlafen und Frühstücken am Hörnle in Konstanz in die kühlen Fluten tauchen. Nach der Schifffahrt nach Friedrichshafen (dank dem SchülerFerienTicket all inklusive) war dort noch Zeit für gediegenes Eisschlecken an der Uferpromenade, bevor es weiter ging nach Ravensburg. Wohl selten wurden „Scotland Yard“-Partien so debattenreich gespielt wie an jenem Abend.
Die Umstiegspause am letzten Tag nutzen wir in Weingarten zu einem kleinen Stadtbummel und einem Besuch der Basilika. Im Anschluss brachte uns der Bus an unseren Startpunkt zu der schuhwaschanlageAbschlusswanderung nach Wolfegg, wo wir unter anderem ein Moor durchquerten, in dem sich einzig und allein Tourchef Florian nasse Füße holte. Müde und fertig, und trotz einem letzten Buckel mit Anstand erreichten wir den weit außerhalb des Ortes gelegenen Bahnhof. Dort machten wir uns auf die Heimreise, bahntypisch wieder mit Pannen: in Göppingen war die Strecke gesperrt und der Busfahrer des Ersatzverkehrs kannte den Weg nicht.
Anstrengend, lustig und kurzweilig waren die fünf Tage. Und offensichtlich auch eine gute Idee: 2007 bringt die Jugend im Schwarzwaldverein ihre eigene Kopie unserer Freizeit an den Start.

Florian Engster