Home Freizeiten Vergangene Freizeiten Berlin hautnah Interview mit "Berlin hautnah" Teilnehmern
Interview mit "Berlin hautnah" Teilnehmern

DSCN5614Das folgende Interview entstand auf der Rückfahrt von "Berlin hautnah" zwischen den beiden Freizeitleitern (Mario Györi und Julia Lärz) , sowie dem jüngsten (Jan Töpfer) und ältesten (Heiko Herbst) Teilnehmer der Veranstaltung.

 

Mario: Guten Tag Herr Töpfer, guten Tag Herr Herbst.
Heiko: Guten Tag Herr Györi.
Mario: In einem Satz: Was ist für dich Demokratie?
Jan: Gerechtigkeit und Gleichberechtigung für alle.
Heiko: Für mich ist Demokratie, wenn die jenigen, die mitbestimmen dürfen diese Möglichkeit auch wahrnehmen
Mario: Was ist für euch undemokratisch?
Jan: Ständige Überwachung der Bürger durch den Geheimdienst oder wenn meine Freizeitleiter mich gegen meinen Willen wegsetzen…
Mario: Heißt das die Freizeit hautnah war undemokratisch.
Jan: In weiten Teilen
Heiko: Undemokratisch wäre für mich gewesen, wenn die vorige Antwort vom Jan zensiert worden wäre.
Mario: Könnt ihr bitte noch mal zusammenfassen was über die Demokratie in Deutschland gelernt habt?
Heiko: Zunächst mal haben wir gelernt, dass es in Deutschland in den meisten Epochen sehr undemokratisch zuging.
DSCN5583 Jan: Im ehemaligen Stasi Gefängnis hat man das z.B. gesehen; da wurden Menschen, die nichts verbrochen hatten eingesperrt, damit sie nicht aus dem Land fliehen konnten.
Heiko: Wieso sollte man sie auch aus dem Land fliehen lassen, wenn man sie für Milliarden an die Bundesregierung verkaufen konnten.
Jan: Die wurden sogar festgenommen, wenn sie die Regierung kritisierten.
Mario: Und ist das, was wir heute haben besser? Politiker, die ewig diskutieren, niemand wird sich einig, ständige Kampfkandidaturen um politische Ämter. Wie sollen bei solchen Schlammschlachten vernünftige Entscheidungen entstehen?
Jan: Wenn die nicht diskutieren, dann würden die ihre Entscheidungen aus dem Bauch raus treffen, die Politiker treffen wenn sie diskutieren Entscheidungen, die für alle gut sind, weil sie die verschiedenen Meinungen kennen.
Heiko: Lieber Schlammschlachten als Abschlachten.
Julia: Da mein Vorgänger von den Interviewteilnehmern demokratisch abgewählt wurde, übernehme ich nun das Amt.
DSCN5676 Julia: Was hat dir besonders gut an der Freizeit gefallen?
Jan: Die ganzen Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel der Fernsehturm. Das Kanzleramt fand ich auch sehr interessant, weil man da in einem Gebäude war, in dem normal nur die wichtigsten Menschen der Welt sind. Auch spannend, fand ich den Besuch im Stasi-Ministerium und im Stasi-Gefängnis, weil ich davor eigentlich gar nicht wusste was die Stasi so gemacht hat.
Es war auch mal ganz schön, richtige Großstadtluft zu schnuppern, nicht nur Stuttgart, des ist ja nicht so ne richtige Big City.
Heiko: Das Gesamtpaket hat gestimmt. Kombination aus offiziellem Programm, mit Besuch in den wichtigsten Machtzentren Deutschlands, wie zum Beispiel Bundestag, Auswärtiges Amt, Kanzleramt und einem chilligen Teil.
Herausheben möchte ich auch den Besuch des Theaterstücks Feelgood, einer Politsatire. Ich habe köstlich amüsiert.
Julia: Auf welchen Teil der Berlin Reise hättest du am ehesten verzichten können?


DSCN5696 Jan: Das Gespräch mit Frau vom Besucherdienst der FDP fand ich langweilig, weil ich die Hälfte nicht verstanden habe und es mich nicht interessiert hat. Irgendwie wirkte sie unmotiviert.
Auch der Besuch im Stasi Ministerium fand ich nicht gut, weil wir die interessantesten Dinge, wie zum Beispiel die Abhörtechniken der Stasi nicht anschauen konnten. Anderseits fand ich aber gut, dass der Mann, der uns rumgeführt hat, selber unfreiwillig der Stasi in Kontakt war und so seine persönlichen Erfahrungen schildern konnte
Heiko: Ich schließe mich Jan an, leider waren wir in einer Sitzungsfreien Woche in Berlin, so konnten wir nicht direkt mit den Abgeordneten sprechen.
Julia: Was hat dich beim Besuch in Berlin am stärksten beeindruckt?
Heiko: Das Plädoyer der Zeitzeugin und dem ehemaligen Häftling Edda Schönherz im ehemaligen Stasigefängnis Hohenschönhausen zur Wahl zu gehen. Sie ist das lebende Beispiel was passieren kann, wenn man das Wahlrecht den Linken und Rechten überlässt.
Jan: Die Aussicht vom Fernsehturm, vor allem weil da grad des fette Gewitter war und wir dann gar nichts mehr gesehen haben außer die vielen Blitze.
Außerdem hat mich beeindruckt, dass in Berlin rund um die Uhr was los ist. Die Stadt schläft nicht.
Julia: Habt ihr euch Berlin so vorgestellt?
Jan: Ich hätte nicht gedacht, dass es so ein Touristikzentrum ist, an jeder Ecke gibt’s Buden, Hotels und so und dass es so viele Sehenswürdigkeiten gibt. Viele habe ich gar nicht gekannt.
DSCN5614 Heiko: Nein, das Brandenburger Tor wirkt im Fernsehen viel größer. Ich war überrascht, dass ich während der ganzen 5 Tage nur einen Menschen richtig berlinerisch reden hören habe. Ich habe mehr Leute Fremdsprache sprechen hören, als Berliner Dialekt.
Außerdem dachte ich nicht, dass man mitten auf dem Kuhdamm, so lange nach einer gescheiten Kneipe suchen muss.
Julia: Da uns gerade uns keine Frage mehr einfällt, einfach die offene Frage, ob euch noch etwas einfällt:
Jan: Im Großen und Ganzen fand ich die Freizeit  ganz gut obwohl mir manche Sachen überhaupt nicht gefallen haben (z.B.: Unterdrückung und undemokratisches Handeln der Freizeitleiter) 
Aber trotzdem bin ich wieder dabei, wenn es die Freizeit nächstes Jahr wieder gibt.
Heiko: Ich möchte noch die beiden Freizeitleiter loben. In der Organisation des Programms steckt sehr viel Zeit und Aufwand drin. Der Ablauf hat überall reibungslos geklappt, die Programmpunkte waren richtig ausgewählt und wir hatten genügend Zeit um unseren eigenen Interessen nachzukommen. Ich hoffe das war nicht die letzte Fahrt der Albvereinsjugend nach Berlin.

Zur Pressemitteilung

Zur Bildergalerie "Berin hautnah"