Junges Wandern 2008

Von der Eninger Weide zu den Uracher Höllenlöchern

 

IMG_3296... ging es am Wochenende vom 14. bis zum 16. November 2008 für 9 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars Junges Wandern. 

 

Bereits der Freitagabend forderte mit einem vollen Programm, nebst der Aufmerksamkeit, auch einen für das Wandern unüblichen Sinn: das Riechen. Denn die Nachtaktion unter dem Namen „Ameisenstraße“ bestand aus einem Rundweg, der mit Pfefferminz- und Teebaumöl markiert war. Dies machte die Gruppe an jeder Weggabelung zu ausgesprochenen Schüfflern. Zusätzlich lernten die Profis aus der Jugendarbeit auch, dass Fangen spielen bei Nacht einen eigenen Reiz hat: wenn man nämlich der „Beute“ Glöckchen an die Schuhbänder knotet – und so wurde für alle erstmals Fangen mit dem Gehört gespielt.

 

 

Samstag war bei herrlichstem Herbstwetter Wander- und Orientierungstag: Nach einer kurzen Einführung zu der Verwendung von Karte und Kompass, konnten und mussten die Teilnehmenden es auch gleich selbst ausprobieren: Wie muss der Kompass gehalten werden? In welche Richtung muss ich schauen? Wohin muss ich laufen? Aber in den kommenden sieben Stunden, war für jede Frage und für zahlreiche Übungen Platz und Gelegenheit.

 

Während der Wanderung gab es mehrere Aufgaben zu bewältigen: vier rohe Eier mussten heil wieder nach Hause gebracht werden und die Marschzahlenjäger wurden nebenher auch zu Sammlern: Sie sollten etwas, das nicht in den Wald gehört, etwas Nützliches, etwas Unnützes und etwas Kurioses im Wald sammeln. Von ersterem gab es dabei reichlich, von zweitem eine unerschöpfliche Menge, Unnützes, wie sich bald herausstellte, gibt es im Wald nicht und Kuriositäten sind so eine Sache: nämlich etwas sehr relatives.

 

Neuland war für viele auch die „Blindwanderung“, auf der sie sich einen ganzen Teil der Strecke von ihren Mitteilnehmern führen lassen mussten. Und waren die Sinne auch schon vom Vorabend geschärft, war es erstaunlich, was man über die Umwelt alles mitbekommt, auch ohne zu sehen.

 

Eine Herausforderung mehr war da fast die „Slackline“, das Schlabberband, auf dem es sich in der Theorie so einfach Balancieren lässt, das aber ein ungeheures Maß an Körpergefühl und Disziplin erfordert. Meister sind hierbei zwar keine vom Himmel, Lehrlinge aber sehr wohl vom Band gefallen.

 

Und auch etwas Theorie musste sein: an einer der zahlreichen Aussichtspunkte wurde gemeinsam das süddeutsche Schichtstufenland analysiert und verdeutlicht. Als Resumée des geologischen Crashkurses blieb die Erkenntnis, dass unser Ländle schematisch einem Kuchen dämlich dem „kalten Hund“ gleicht.

 

Und Essen war auch wichtig. Nach diesem langen aber sehr erfahrungsreichen Tag, der Mittags durch das Rucksackvesper untermauert wurde, freuten sich alle auf SpagBo (Spagetti Bolognese) in der Eninger Weide – klassisches Bergsteigeressen für ausgepowerte Wanderer.

 

Der Sonntag setzte die Gruppe mit schwankenden und schwebenden Dingen noch mal eins drauf, nämlich die Seilbrücke. Unter dem Motto „wir lassen niemanden hängen“ kam es drei Meter über dem Hännersteigle schwebend doch zu gesundem Nervenkitzel, der einen Grad schwieriger war als die Slackline tags zuvor. Auch angesichts des feuchten Wetters, mit dem der kommende Winter auf sich hinweisen wollte, eine coole Sache.

 

So viel Praxisbezug fordert natürlich ein Gegengewicht, und so klang mit dem Thema Aufsichtspflicht der Lehrgang auch aus.

 

Wenn sich letztendlich Teilnehmer und Referenten einig waren: „Es war ein tolles Wochenende!“, dann ist wohl hochgradig alles gut gelaufen. Neues Lernen und ein spaßiges, tolles Wochenende in einem gemütlichen Wanderheim verbringen: Das ist fast schon ein Abenteuer.

 

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